Erfahrungsbericht 18-Meter-Quali

„Wie, du fliegst 18-Meter-Quali mit und dann auch noch auf Burg Feuerstein? Fliegen da nicht nur die Profis mit?“ – Das waren Worte, die ich relativ häufig zu Beginn der Saison gehört habe. Doch ich wollte dieses Jahr unbedingt wieder einen großen Wettbewerb mitfliegen und bei den Junioren bin ich halt leider raus. Auch die Deutsche Meisterschaft der Frauen fällt in diesem Jahr aus. Bei uns im Verein gibt es noch weitere 18-Meter-Flugzeuge, so habe ich mich für diese Klasse entschieden, wobei ich überaus erfreut war, als ich gehört habe, dass das Förderflugzeug AM1 auch die langen Ohren hat.

Mit einem Spaßflugwettbewerb Ende April hatte ich bereits super Gelegenheit, mich auf der LS8 einzufliegen und so fuhr ich an Himmelfahrt im strömenden Regen nach Bayern. Relativ schnell war leider klar, dass der erste Wertungstag im Wasser versinkt, so haben wir uns einen schönen Tag in der Therme gemacht. Am zweiten Tag wurde fleißig aufgebaut, jedoch haben wir leider auch ohne Start diesen Tag neutralisieren müssen, da die Basishöhen eine gute und sichere Aufgabe nicht ermöglicht haben. So freuten wir uns um so mehr auf den Samstag, denn es war bestes Rückseitenwetter vorhergesagt.

An diesem Tag merkte ich direkt, dass die Aufgaben in der großen Klasse gut gestellt, aber auch anspruchsvoll waren. Abends war ich überglücklich, die 365km große Aufgabe bewältigt zu haben. Das war mein erster Flug mit ordentlich Wasser und somit etwas gewöhnungsbedürftigt für mich, aber da packte mich die Motivation. Die nächsten zwei Tage war das Wetter deutlich schlechter, sehr viel Grauthermik, aber dafür verdammt gute Steigwerte, die mir jedesmal meine ersten Schnitte über den 90km/h und auch bessere Platzierungen bescherten.

Nach einem Wetterbedingten Pausetag, ging es mit einer kleinen Racingtask gut weiter, aber mein Highlight war definitiv der letzte Wertungstag: Mit sehr gutem Wetter vorhergesagt, bekamen wir eine 428km Racing-Task, die zuerst in das Erzgebirge führte und anschließend den Thüringer Wald hoch und zurück. Mein allererster Wettbewerb war ebenfalls im Erzgebirge und ich freute mich sehr, als ich in deutlich besserer Höhe mein letztes Außenlandefeld wiedergefunden habe. Der Weg zwischen erster und zweiter Wende war durch wenige Wolken und eine deutliche Abschirmung gezeichnet, die Hoffnung war aber dennoch groß, die versprochene Konvergenz im Thüringer dann zu treffen. Leider musste ich mich dort einmal ein wenig ausbuddeln und war dann etwas enttäuscht. Als mir dann 30km vor der Wende die ersten Leute bereits entgegenkamen, wurde die Laune nicht besser. Im Thüringer selber waren die Aufwinde fantastisch, doch die knappen 70km zwischen Thüringer Wald und zuhause waren gänzlich blau. Da dachte ich mir, warum nicht und bin auf die einzige Wolke in weiter ferne zugeglitten, die zum Glück genau auf Kurs war. Und zum Glück kam da der erhoffte Bart, der mir erneut an die Basis verhalf. Ganz nach Hause reichte es allerdings noch nicht, so peilte ich die vor Burg Feuerstein gelegene Friesener Warte an. Doch genau dort konnte ich die letzten 200m gutmachen, die mir den Weg nach Hause bereiteten. Etwas enttäuscht stieg ich aus dem Flugzeug aus, lief es doch die letzten Tage so gut.

Zufällig schaute ich dann am Abend in die Auswertung und musste feststellen, dass tatsächlich etliche den Motor brauchten oder außengelandet waren, sodass ich mir zum Abschluss von 27 Teilnehmenden den 14. Platz an dem Tag sichern konnte.

In der Gesamtwertung war es dann leider nur der 24./27, aber ich danke dem AMF für diese fantastische Erfahrung, die ich mit der LS8 machen durfte. Ich habe so viel wertvolles Wissen mitgenommen und direkt Lust auf noch mehr Wettbewerbe und schnelle Flüge bekommen!

Artikel: Michelle Gotfrid