Ein Erfahrungsbericht von Johanna Steil.
Vom 31.07. bis 08.08. fand der 57. Klippeneckwettbewerb statt. Ich bin mit der AM1 in der 15-m-Klasse mitgeflogen und kann nach sieben Wertungstagen, über 28 Flugstunden und einem 5. Platz auf eine ziemlich abwechslungsreiche Wettbewerbswoche zurückblicken.
Der erste Tag – irgendwie kommt mir das bekannt vor
Der erste Tag hat erstmal ziemlich entspannt angefangen. Startbereitschaft war erst um 14 Uhr und während es draußen noch regnete, konnte ich gemütlich im Flieger meine Aufgabe programmieren. Die Helfer und Piloten aus meinem Camp haben es sich währenddessen unter den Tragflächen vom Discus bequem gemacht. Dort hat man zumindest einen ganz guten Schutz vor dem Regen.

Aufgabe im Regen programmieren und die Crew unter der Discus Fläche.

Irgendwann ging es dann aber doch los. Und wie schon beim Hotzenwald bin ich direkt am ersten Wertungstag außen gelandet. Diesmal allerdings immerhin nicht wieder vor der Abfluglinie, sondern erst nach dem Zielkreis. Das Klippeneck liegt mit 980 m über NN auf dem höchstgelegenen Flugplatz Deutschlands. Im Tal gibt es extra ein Landefeld – das wurde von mir also direkt einmal geprüft. Man sieht hier schon eine deutliche Verbesserung zu meinem letzten Wettbewerb.
Die Rückholtour haben wir dann natürlich direkt noch mit einem Einkauf verbunden. Hat sich also doch irgendwie gelohnt. Und coolerweise blieb das auch meine einzige Außenlandung in der gesamten Woche. Wobei es bei dem ein oder anderen Flug durchaus nochmal knapp wurde.
373 km – und das gleich zweimal
Mit Strecken zwischen 150 und 373 km war in dieser Woche alles dabei. Die größte Aufgabe gab es am 4. und 5. Wertungstag mit jeweils 373 km. Die Strecke sind wir also glatt zweimal geflogen.

Warten auf die Startbereitschaft.
Der 4. Wertungstag war dabei einer dieser Flüge, bei denen einfach alles ziemlich gut zusammengepasst hat. Schnelle Schnitte, gutes Wetter und vor allem viel Spaß beim Fliegen. Am Ende stand ein Schnitt von 108 km/h auf der Uhr – damit war ich ziemlich zufrieden.

Eindruck zum Tag 4.
Der 5. Wertungstag war dann die gleiche Strecke, aber mit einem komplett anderen Wetter.
Der Hinweg war zunächst noch ähnlich schnell wie am Vortag. Mit 112 km/h ging es zur Wende. Nach der Wende zogen allerdings schon die ersten Regenschauer auf und plötzlich wurde aus der schnellen Rückkehr eine ziemlich interessante taktische Aufgabe.
Mein Vorteil war an diesem Tag, dass ich mit den Piloten aus meinem Camp auf einer Frequenz war. Die drei sind in der Clubklasse mitgeflogen und hatten dadurch etwas andere Aufgaben. Noch bevor ich selbst das Wetter richtig gesehen hatte, bekam ich schon mit, dass einige Piloten aus der Clubklasse in dem Bereich außen gelandet waren oder ordentlich zu kämpfen hatten.

Umflogener Regen am Tag 5.
Es stellte sich heraus, dass die bessere Taktik war, südlich über die Donau zurückzufliegen. Von meinen Flügen daheim weiß ich, dass man für den Donausprung schon ordentlich Höhe braucht. Deshalb war es für mich auch nicht sonderlich verwunderlich, dass ich bis Weißenhorn durchgeglitten bin – gefühlt fast schon wieder daheim.
Dort durfte ich mich dann erstmal aus 500 m über Grund wieder ausgraben. Das hat natürlich ordentlich Zeit gekostet. Anschließend ging es über die südliche Route zurück Richtung Klippeneck.
Ich war zum Schluss wirklich langsam unterwegs und kam über den gesamten Flug nur auf einen Schnitt von 83 km/h. Allerdings ging es meinen Mitfliegern aus der 15-m-Klasse nicht viel besser als den Piloten aus der Clubklasse. Einige sind außen gelandet, andere mussten den Motor zünden.

Heimflug am Tag 5.
Und so wurde aus meinem gefühlt ziemlich langsamen Flug am Ende sogar ein 3. Platz in der Tageswertung. Manchmal muss man wohl einfach nur lange genug durchhalten.
AATs und meine Clubklasse-Gang
Die letzten beiden Tage waren für mich nochmal besonders spannend. Wir hatten jeweils zwei AAT-Aufgaben und das Coole daran: Es waren 1:1 die gleichen Aufgaben wie in der Clubklasse.
Ich bin in der Vergangenheit zwar schon ein paar AATs geflogen, aber nachdem ich die ganze Woche meistens alleine unterwegs war, war ich es langsam etwas leid. Währenddessen haben meine drei Clubklasse-Kumpels aus dem Camp immer schön Teamflüge gemacht.
Also habe ich beschlossen, mich ihnen anzuschließen. Da die drei aus dem D-Kader Bayern kommen, dachte ich mir, dass ich dabei bestimmt noch einiges lernen kann, wie man eine AAT am besten fliegt. Und genau das war für mich auch der spannende Teil. Nicht einfach alleine seine Aufgabe abzufliegen, sondern die Entscheidungen live im Team mitzuerleben: Wo fliegen wir hin? Wie lange bleiben wir dort? Drehen wir schon um oder nehmen wir noch ein bisschen Strecke mit?
Wobei ich während der Flüge und auch danach durchaus das eine oder andere Mal etwas belächelt wurde. Mit meinem Wasser hätte ich schließlich auch schneller fliegen können.
Ich fand in dem Moment aber das gemeinsame Fliegen und vor allem die Möglichkeit, von den anderen direkt etwas zu lernen, deutlich spannender. Und ganz so schlecht war meine Entscheidung offensichtlich auch nicht – am letzten Tag hat es immerhin für Platz 2 in der Tageswertung gereicht.
5. Platz, 28 Flugstunden und jede Menge Erinnerungen
Am Ende des Wettbewerbs fahre ich mit sieben Flugtagen und über 28 Flugstunden wieder nach Hause. Mit meinem 5. Platz in der 15-m-Klasse bin ich mehr als zufrieden und kann auf viele tolle Flüge zurückblicken.
Aber bei so einer Wettbewerbswoche geht es natürlich nicht nur um die Wertung. Man verbringt schließlich eine ganze Woche zusammen im Camp und damit doch deutlich mehr Zeit am Boden als tatsächlich in der Luft. Besonders schön war deshalb auch die gemeinsame Zeit mit meinen Freunden aus Thannhausen und Aichach.
Die vielen Stunden im Camp, das gemeinsame Essen, das Fachsimpeln über die Flüge und natürlich auch die Sonnenuntergänge an der Klippe gehören für mich genauso zum Wettbewerb wie die geflogenen Kilometer und die Platzierungen.

Gemeinsame Abende an der Klippe.
Und natürlich darf auch ein großes Dankeschön an meinen Helfer Tommy nicht fehlen. Der Service war die ganze Woche 1A!
Alles in allem war es für mich eine richtig schöne Wettbewerbswoche. Ich habe viel gelernt, hatte einige richtig geile Flüge, konnte im Teamflug einiges mitnehmen und bin am Ende mit einem 5. Platz nach Hause gefahren.